Über mich

In meinem Blog möchte ich über meine Reisen berichten von ungewöhnlichen Erlebnissen, Begegnungen mit anderen Menschen hier und anderswo

Essaouira die Zweite, die zauberhafte Verführung einer bezaubernden Stadt

Am diesem Morgen erwache ich in  dieser bezaubernden kleinen Stadt am Meer, die mich schon am ersten Tag verzaubert hat. Schon der Name klingt wie Musik. Hier leben knapp 70 000 Menschen.Die Stadt der Künstler und des Kunstgewerbes, der Fischer, der Surfer, umrahmt von der Stadtmauer, die die Portugiesen hier einst errichtet haben.
Die Medina ist symmetrisch angeordnet mit geraden Straßen, was nicht gerade typisch marokkanisch ist und  dennoch, nach 3 Stunden hab ich das Gefühl, dass mir meine Orientierung mal wieder abhanden gekommen ist.
Es gibt so viel zu sehen, die vielen Menschen faszinieren mich. Die Bettler zum Beispiel. Sie laufen durch die Gassen und erbitten eine Kleinigkeit und ja, es sind  die Marokkaner, die oft eine Münze geben, weil der Koran es so vorsieht und oft nicht die Touristen, die eine gezielte Abzocke wittern. Aber die Leute finanzieren sich von den Almosen. Sicher mag es auch hier schwarze Schafe geben aber die meisten dieser Leute sind schlicht und einfach nur arm. Auch die alten Männer in seltsam anmutenden langen Kutten, Ehepaare Hand in Hand, Frauen verschleiert Arm in Arm mit unverschleierten Frauen als wäre es ganz normal, zieren das Straßenbild. Vermutlich kommt es nur mir komisch vor, da ich nicht weiß wie ein Land diesen Spagat zwischen Moderne und Tradition schaffen kann.

Dennoch hier in Essaouira fühlt es sich so leicht an, das eine mit dem anderen zu verbinden  und das Leben zu nehmen wie es ist und  die Menschen, die sind scheinbar offen  für Unterschiedliches, mehr als wir uns vorstellen können. Ich sehe viele Aussteiger aus Europa aber auch ein paar Touristen, von denen die meisten französisch sprechen.

Das Angebot der Waren ist riesig. Essen aller Art, Kräuter, Gewürze,Kleidung, Stoffe, Lederwaren, Kunst, Souvenirs alles in Hülle und Fülle. Die Händler, die unaufdringlich ihre Waren anbieten, die Hausfrauen, die ihre Erledigungen machen, die Bettler, die ihren Lebensunterhalt irgendwie sichern. Die Kinder immer dazwischen, ein paar Touristen mit staunenden Augen, die Esel mit ihren schwer beladenen Karren, sie alle prägen das Bild und was ich sehe gefällt mir gut.
Vor den kleinen Cafés stehen Stühle und oder kleine Tische. Die Leute, die dort sitzen, sitzen mit dem Gesicht zur Straße. Auch ich saß in einem solchen kleinen Café und hab die Menschen gesehen, die an mir vorbei liefen, ein jeder mit seiner Geschichte, die ich jedes Mal neu erfand.

Mein nächster Stopp war der Fischereihafen am Mittag. Die Schiffe, kamen vollbeladen mit Fischen zum Hafen zurück. Die Boote so schön, die Farben blau und rot allgegenwärtig. Die schwer arbeitenden Fischer mit ihren Booten, die auf dem Boden sitzend ihre Netze reparieren  und ihre Boote instand halten, die Händler, die hier den frischesten Fisch ergattern wollen und die Armen der Ärmsten, die hier die Fische einsammeln dürfen, die auf den Boden fallen oder als unbrauchbar deklariert werden. All dies vermischt sich zu einem Bild und ich sehe ein irgendwie funktionierendes System  was ich staunend beobachte 



Direkt nach dem Hafen, beginnt dann der Platz  wo Händler, kleine Restaurants oder Imbissstände angesiedelt sind. Hier gab es natürlich frischen Fisch. Simo, der mich begleitete bat mich zurückzubleiben, damit er einen guten Preis für unser Essen aushandeln konnte. Wenn der marokkanische Händler oder Gastronom einen Touristen vermutet, möchte er gutes Geld verdienen. Das ist okay aber ich denke für Simo waren diese Preisverhandlungen so etwas wie eine sportliche Herausforderung und eine Frage der Ehre. Jedenfalls konnten diese Preisverhandlungen auch schon mal eine halbe Stunde dauern, aber immer kam ein sehr passabler Preisnachlass für uns heraus.
Nun denn, unser Mittagessen in Essaouira konnte sich sehen lassen und es schmeckte herrlich. Meine mittlerweile recht gut funktionierende Fingerfertigkeit, was Essen ohne Besteck angeht wurde wieder einmal auf eine harte Probe gestellt. Und ich schäme mich fast zu sagen, dass dieses ganze Essen mit gegrilltem Fisch, Meeresfrüchten, Salat, jede Menge Brot und Getränken unter 8 Euro gekostet hat für 2 Personen.




Während ich so schreibe merke ich, wie sehr Essaouira mein Herz berührt hat. Ich könnte noch Stunden lang erzählen was ich gesehen, erlebt, geschmeckt und gefühlt habe und doch würde immer noch so viel fehlen.
Nun, der Tag war noch nicht zu Ende und die wunderbare Stadtmauer mit Kanonen aus Eisen und Bronze
wartete noch auf uns. Ein herrlicher Platz zum Verweilen und ich konnte mir gut vorstellen wie hart umkämpft dieser schöne Flecken Erde einst war und Ende des 18. Jahrhunderts avancierte Essaouira zum größten Seehafen Marokkos. Nun die Geschichte der Stadt ist sehr interessant und ich empfehle dem Interessierten auf jeden Fall  nachzulesen.
1967 war Essaouira  beliebt bei den Hippies und sogar Jimi Hendrix soll einige Zeit hier verbracht haben.

Nachdem ich heute völlig in Essaouira eingetaucht war ein Teil von der schönen Stadt war, wollte ich mich zuletzt mit einem Bad im Meer und einem langen Strandspaziergang verabschieden. Der wunderbare Stadtstrand und der Wechsel von Sonne und Wolken ließen  diese 2 Stunden zu einem unvergesslichen Erlebnis  für mich werden.












Mein letzter Abend in Essaouira noch einmal den Duft und die  Vielfalt der angepriesenen Waren, Kaffee am Straßenrand. Wehmut machte sich breit. Morgen sollte es nach Marrakesch gehen, ich war gespannt und dennoch kam mir der Verdacht, dass es besser nicht werden könnte.....

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