Über mich

In meinem Blog möchte ich über meine Reisen berichten von ungewöhnlichen Erlebnissen, Begegnungen mit anderen Menschen hier und anderswo

Das Abenteuer geht weiter Tag 1

Ich schlief tatsächlich bis 08.00 Uhr morgens ohne einmal aufzuwachen. Ich überlegte kurz wie ich vorgehen soll. Im Schlafanzug die Haare standen in alle Richtungen, stand ich etwas unschlüssig in meinem Zimmer. Ich schaute in meinen kleinen Spiegel und sah einen Totalschaden.

Also sollte ich am besten unbemerkt ins Bad kommen. Ich lauschte an der Tür und wagte den Gang über den Flur. Vor dem Bad gab es Schuhe, weil die Duschen in Marokko keinen Rand haben und man immer ein bisschen das Bad überschwemmt. Es gab einen Abzieher mit dem man das Bad einfach sauber halten konnte. Keine Glasduschwand, die man mühselig schrubben muss. Sehr praktisch.

Von draußen hörte ich schon ein geschäftiges Treiben, das Klappern von Tellern und ein fantastischer Duft nach Pfefferminztee und frischem Kaffee. Ich war selig. Mein Zimmer hatte einen Balkon und ich ging hinaus.
Dort sah ich mir bei Tageslicht die Umgebung an. Es war schon sehr warm. Als ich die ockerfarbenen und braunen Mehrfamilienhäuser, die an unsere Wohnsiedlungen in Städten erinnerten betrachtete, begriff ich, dass ich in Afrika war. Mit Tränen in den Augen und Gänsehaut auf meinen Armen, sah ich wie gebannt die Straßen der Siedlung, die staubig, ungeteert aber schon sehr belebt wirkten. Plötzlich wurde mir  klar was ich gewagt hatte und gewinnen würde durch diese Reise. Ich dachte an meine Familie, die die beste auf der ganzen Welt ist und war einfach nur dankbar für das Glück, dass ich sie hatte.
Die Menschen, die hier wohnten waren vielleicht nicht reich aber sie hatten ein gutes Wohngebiet mit kleinen Läden und wenig Verkehr.

Frauen und Männer in langen Gewändern gingen ihren Tätigkeiten nach oder sie gingen wie Simo zur Bäckerei. Kinder spielten ohne Aufsicht, klein und groß und niemand machte sich Sorgen, niemand musste sich Sorgen machen. Die Kinder schienen glücklich und ich freute mich.Ich zwickte mich fest in meinen linken Arm um sicherzustellen nicht zu träumen. Es war auch in Marokko Feiertag und Simo holte Croissants und frisches Weißbrot wie ich gleich feststellen sollte.Ich verließ den Balkon und ging ins Wohnzimmer.
Jetzt bei Tageslicht wirkte es noch viel schöner. Das Sofa gestreift in satten Farben abwechselnd blau, türkis, beige und gold sah sehr einladend aus. Hier spielte sich das Leben ab. Das Sofa war so riesig  in U-Form und ein runder Tisch stand am Ende, wo das U geschlossen ist.

Auf diesem Tisch stand schon das Frühstück bereit. Es gab herrlich duftendes Weißbrot, Croissants,
kleine Dreiecke mit Schmelzkäse, Oliven, ein Schüsselchen mit Olivenöl, Honig und Marmelade.
Zum Trinken gab es den herrlichen Kaffee, wunderbar duftenden Pfefferminztee und sogar Orangensaft.
Es war ganz besonders. Ich begrüßte  Rahma und dankte für die Mühe. Wir setzen uns hin und das Frühstück begann. Fadel war schon zur Arbeit und so frühstückten wir nur zu Dritt. Auch beim Frühstück gab es keine Teller. Das Essen mit den Fingern begeisterte mich und es machte mir großen Spaß. Ich stellte mir vor, dass ich das Zuhause auch machen könnte. Auf die Reaktionen meiner Umwelt war ich schon sehr gespannt. Beim Frühstück konnte man Brot zupfen in das Öl oder in die Marmelade eintauchen. Es ist so ein Genuß. Jeder sollte das einmal ausprobieren. Der Schmelzkäse durfte auch so gegessen werden und ich hatte immer daran gedacht nur mit der linken Hand zu essen. Ich fühlte mich sehr geehrt dass ich mit der Familie zusammen essen durfte. Aus den gleichen Schüsseln, ob das bei uns ginge?

Ich weiß nicht ob sich meine Begeisterung überträgt, wenn ja, es war noch mehr als man jetzt beim Lesen fühlen kann. Die Familie hatte mich ohne wenn und aber ohne Vorbehalte herzlich aufgenommen und mich  in ihren inneren Kreis willkommen geheißen. Mit Rahma konnte ich wenig verbal kommunizieren und dennoch haben wir uns gut verständigt. Nach dem Frühstück durfte ich sogar helfen den Tisch abzuräumen. Danach wollte ich mit Simo Casablanca anschauen.
Casablanca hat zwischen 5-6 Millionen Einwohner. Die Angaben differieren und genau weiss es vermutlich niemand. Die Stadt schläft nie. Viele Autos, Hupen, der Muezzin es gibt immer Geräusche. Das war ein Zeichen dieser quirligen Großstadt, die mit trotz allem sehr gefiel.

Unser erster Weg ging zur Autovermietung. Simo hatte das Auto am Vortag schon abgeholt und heute konnte ich es bezahlen. Das wäre bei uns nie möglich gewesen.
Danach steuerten wir direkt auf die Hassan II Moschee zu, Ein beeindruckendes Gebäude und der Stolz der Bewohner Casablancas. Sie ist eine der größten Moscheen der Welt. Es ist ein unfassbares Bauwerk und hat mich sehr beeindruckt. Der riesige weiße Bau direkt am Meer. Fantastisch. Ich habe sie von allen Seiten fotografiert und mich immer wieder gefragt, wie es sein kann, dass ich so ein Glück habe in Marokko zu sein und die Welt so nett zu mir ist.
Ich  machte Bild um Bild und merkte schnell, dass Simo ein begnadeter Fotograf war. Er sagte: " Gib mir dein Handy ich mache ein Bild von dir mit der Moschee und dem Meer" " Oh nein, Bilder mit mir sind schrecklich. Ich hasse Bilder von mir". Er sagte: "Warte - wir werden sehen" Dieser Satz sollte die ganzen Tage immer wieder fallen.
So kam es, dass Simo anfing mich immer wieder zu fotografieren und tatsächlich, es gab viele Fotos, die ich mir heute immer noch gerne anschaue.
Auch ich musste Simo fotografieren und ich habe viel gelernt von ihm. "Wo sind meine Füße?" War noch eine der netteren Fragen!
Aber Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre. Ich hatte einen guten Lehrer. Und auch ich habe ein paar wunderschöne Bilder gemacht. Alle mit dem Handy!

Nach dem Besuch der  Moschee fuhren wir in die Innenstadt und Simo zeigte mir das Kenzi Tower Hotel. Wow!
Wir fuhren in den 28. Stock und wollten einen Kaffee trinken. Das Kaffee war geschlossen aber die Aussicht war so grandios. Ich hatte Bilder gemacht und die weiße Stadt in mein Herz geschlossen.
Obwohl in den Reiseführen oft zu lesen ist, das Casablanca zu vernachlässigen ist, verliebte ich mich in diese quirlige Stadt. Das lag nicht nur an Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann!

Es war Freitag, Tag des Freitagsgebets.  Freitags gehen die Marokkaner zur Moschee und danach gab es Couscous. Simo nahm diese Pflichten sehr ernst und ich bewunderte diese Disziplin mit jedem Tag ein bisschen mehr. Wir fuhren also zurück zu Simos Familie und ich sollte bei Rahma bleiben und Simo und sein Vater gingen zum Freitagsgebet. Ich durfte in der Küche ein bisschen schauen und war sehr erstaunt, welch große Menge Couscous  da heute gekocht wurde.

Es gab eine große runde Tonschale mit Couscous und viel Gemüse. Ich deckte den Tisch und wir warteten auf Simo und seinen Vater. Ich fragte mich ob wir Couscous auch mit den Fingern essen würden. Ob ich das schaffte? Rahma brachte aber 4 Teelöffel und legte sie rund um die Schale ab. Ich war gespannt. Zum Trinken gab es Wasser. Und ja es war aus der Leitung. Da ich am Vortag schon Leitungswasser getrunken hatte, erachtete ich das Wasser aus Casablanca als unbedenklich für einen verweichlichten Europäer. Außerdem wollte ich keinesfalls unhöflich sein. Das Essen war ein Genuß. Ich liebte dieses Essen und Rahma, die mich so freundlich aufnahm, obwohl es ihr sicher sehr seltsam vorkam, dass eine Frau aus Europa alleine Marokko bereisen will. Jeder bekam also einen Teelöffel und damit konnte man das Couscous bequem essen. Das Gemüse nahm man mit ebenfalls mit dem Löffel oder auch mit den Fingern.
Nach dem Essen packte Simo seine Tasche. Er würde mich begleiten , mir sein Land zeigen und mich heil in der Wüste abliefern, so der Plan.

Ich hatte einen USB-Stick mit Musik und Simo packte seine arabische Lieblingsmusik noch drauf und unser
Roadtrip konnte starten. Unser erstes Ziel: Agadir! Dazu mehr im nächsten Teil
 

Kommentare:

  1. it was an interesting adventure! I congratulate you on the fact that you have finally arrived there

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  2. Yes, the first day of the trip is always very busy, I would like to see a little more of everything and try)

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