Über mich

In meinem Blog möchte ich über meine Reisen berichten von ungewöhnlichen Erlebnissen, Begegnungen mit anderen Menschen hier und anderswo

Legzira


Es war schon Abend als wir in Legzira ankamen. Und wirklich ich kann nur sagen Wow!!
Obwohl es leicht bewölkt war, leuchteten die Farben der kleinen Kiesel am Strand in hundert verschiedenen roten, gelben und grauen Farbtönen. Der Löwenfelsen stand wie ein großer dunkler Riese mitten auf dem Strand und mit einem Bein im Wasser und hielt Wache. Ein sehr bizarrer Anblick, der mein Herz schneller schlagen lies.





Das Hotel, in dem ich wohnen sollte, war eigentlich ausgebucht aber ich bekam noch ein Zimmer, Simo kannte die Besitzer und es war wie immer kein Problem.  Simo wollte einen Freund besuchen und so stellte ich meine Sachen ab und Simo ging noch mit mir zum Strand, bevor er sich aufmachte seinen Freund zu sehen.  Ich würde alleine hier bleiben und meine Zeit genießen.
Man kann sich nicht wirklich vorstellen wie beeindruckend diese großen Löwenfelsen in echt sind. Ich hatte vorher schon Bilder gesehen, doch echt ist echt und das ist so unfassbar schön, dass ich hier beim schreiben weinen könnte und Gänsehaut hab ich sowieso.

Hier am  Meer sein, das letzte Licht ausnutzen war alles was ich wollte und ich lief und lief und es wurde dunkler aber ich war wie gefangen von der Landschaft, den Felsen, dem Meer.












Es waren so gut wie keine Leute da. Hier und da ein Läufer aber mit der Zeit begegnete ich niemanden mehr und ich merkte erst recht spät wie weit ich schon vom Hotel entfernt war.
Der Gedanke, dass es unvernünftig war, alleine so weit zu gehen kam mir nicht, weil es so friedlich und so schön war. Meine Begeisterung hat alle meine Warnsysteme lahmgelegt. Als ein großer, schwarzer, herrenloser Hund bellend auf mich zu lief, war ich etwas verunsichert. Ich änderte meinen Weg so unauffällig wie möglich in Richtung Hotel und ignorierte das große Tier und hoffte, es würde das auch tun.

Nun hatte ich langsam den Löwenfelsen wieder erreicht. Ich stoppte, fühlte mit meinen Händen den rauhen dunklen Stein. Mittlerweile war nur noch wenig Licht und irgendwie war es doch ein bisschen unheimlich. Auf dem Meer schimmerte schon leicht der Mond und ich setze mich in Sichtweite des Hotels auf einen kleinen Felsen und schaute auf das Meer und den Löwenfelsen. Und blieb da bis richtig dunkel war. Was für eine Kulisse.
Ich wollte diesen Anblick in meinem Kopf speichern für schlechte Tage. Sie würden kommen aber darüber würde ich nicht nachdenken. Das war mein einziger Plan, den ich für die 12 Tage gemacht hatte.
Genießen hier und jetzt! Morgen kommt sowieso...

Zum wiederholten Male kniff ich mir in den Arm um zu überprüfen, ob ich nicht doch träumte. Ich schaute auf das Meer und dachte darüber nach wo ich hier war. Alleine in Legzira im Süden Marokkos.Was für ein Abenteuer! Noch vor  einem Jahr hätte ich jeden ausgelacht, der mir gesagt hätte ich würde irgendwann hier sitzen und über das Leben nachdenken, im Dunkeln - unfassbar!
Gut, dass ich mich getraut hatte - mir wäre so viel entgangen.













Zurück in meinem Hotel, wollte ich duschen wurde aber schon gewarnt, dass es Probleme mit dem heißen Wasser geben würde. Das Hotel hatte einen Prepaid-Strom Vertrag und es war nur noch wenig
Gutenhaben vorhanden. Also musste kurzerhand die Warmwasserversorgung abgeschaltet werden um wenigsten Licht bis zum nächsten Tag zu haben. Manche Umstände erfordern eben flexible Lösungen.
Mir machte das nichts aus, weil das Wasser in Marokko, auch wenn es kalt war, sich viel wärmer anfühlte, als aus unserer Wasserleitung Zuhause.

Das Bad, erinnerte mich ein an ein Gemeinschaftsbad im Landschulheim, wenn eine 5. Klasse gerade nach einem Fußballspiel geduscht hatte. Es gab Sand, Wasser und na ja. Schließlich war die Dusche für die gesamte Etage. Ich  war ja nicht empfindlich und das Wasser war nicht völlig kalt - also: Alles gut!
Mein Zimmer hatte ein Fenster zum Flur, aber auch das war ich schon gewohnt und es war ok für mich.
Ansonsten hatte das Hotel viel Platz, das Zimmer war sauber und die Leute waren alle sehr freundlich und ich schlief bis 07:00 Uhr ruhig und traumlos in meinem großen Zimmer.

Zum Frühstück kündigte sich mit einem wunderbaren Duft, den ich hier so mochte und es gab wunderbaren Orangensaft, Kaffee, frisches leckeres  Brot, Marmelade, Honig und Käse und ach - es war einfach herrlich!

Nach dem Frühstück ging ich zum Strand und entdeckte als erstes den großen schwarzen gefährlichen Hund.
Auch mutige Helden werden müde.......


















Das Wetter war angenehm der Himmel immer noch bedeckt, der Strand lag verlassen da. Perfekt für mich um einen langen einsamen Strandspaziergang zu machen, die Schönheit und die Einsamkeit dieses bezaubernden Ortes zu genießen.
Zum Abschluss setzte ich mich wieder auf meinen kleinen Felsen und genoss einfach die Ruhe, das Meer und diese zauberhafte Landschaft. Es war schon gegen Mittag als Simo vorzeitig zurück, am Strand vor mir stand. Er dachte das Wetter sei nicht gut genug! Ha, ich bin Experte für schlechtes Wetter und hier war es völlig in Ordnung!

Wir sollten aufbrechen.... obwohl ich noch gerne bleiben wollte, ergab ich mich dem Schicksal und war gespannt auf das was jetzt kommen sollte.....






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