Über mich

In meinem Blog möchte ich über meine Reisen berichten von ungewöhnlichen Erlebnissen, Begegnungen mit anderen Menschen hier und anderswo

Marrakesch

Liebe Marrakesch, ich nehme an, die so genannte Perle des Südens ist eine Frau. Ja, meine Schöne. Du bist wirklich unbestreitbar schön, dennoch  ist unser Treffen nicht ganz reibungslos verlaufen, nicht wahr?
Vielleicht lag es daran, dass ich schon mit ein paar Vorurteilen anreiste. Alle Leute, fahren nach Marrakesch, dachte ich ein bisschen abschätzig. Viele Leute reisen nach Marokko und sehen nur Dich, das ist ein bisschen schade, denn Marokko hat noch so viel mehr zu bieten.
Viele Leute setzen Marrakesch mit Marokko gleich, doch das ist mir zu kurz gedacht.

Ja, Marrakesch Du kannst Dir etwas darauf einbilden, schließlich geht der Name Marokko aus Deinem Namen hervor. Du bist so berühmt und ich fragte mich lange, wie ich Dir gerecht werden könnte?
Nun, ich versuche einfach mal zu beschreiben, wie wir uns kennen gelernt haben und welche Gedanken mir so durch den Kopf gingen.
Wie du nun weißt bin ich mit gemischten Gefühlen angereist, schließlich wollte ich nicht tun was alle tun. Aber wie so oft im Leben muss man manchmal Kompromisse machen.
Wenn ich ehrlich bin,  hätte ich Dich glatt übergangen, hätte Simo sich nicht so für Dich ins Zeug gelegt,
Nun, ich bin froh, dass ich Dich doch besucht habe. So kann ich mitreden und der Welt meine Eindrücke, die guten und die schlechten schildern.

Fast eine Million Menschen, leben in dir Marrakesch, eine beachtliche Zahl. Viele der Schönen und Reichen der Welt haben bei  Dir einen Wohnsitz, weil es chic und hipp ist. In Marrakesch ist das Dilemma eines Landes zwischen Tradition und Moderne gut zu beobachten.
Viele, die hier leben, leben gerade so, als gäbe es kein Morgen mehr, missachten jegliche Tradition, lassen den notwendigen Respekt fehlen und für sich gesehen, könnten diese Menschen auch in Paris, London, Berlin oder New York zu finden sein.
Partypeople auf Neudeutsch - ignorant in meiner Beobachtung.  Du solltest diese Karawane weiter ziehen lassen.

Weißt Du Marrakesch, Du hast schon Alles, eine 1000 jährige Geschichte, viele architektonisch wundervolle Gebäude, den tollsten Platz den: Djemaa el Fina. Da ist das Leben, die Gaukler, die Geschichtenerzähler, die Schlangenbeschwörer,  Essen in Hülle und Fülle, Musik am Abend. Händler bieten ihre Waren an. Ja das hat mich wirklich beeindruckt. Einheimische und Menschen aus allen Ländern sind hier gleichermaßen zu finden und es ist hat etwas von Volksfeststimmung. Alle sind scheinbar integriert. Und ja da hat es mir nichts ausgemacht hier Tourist zu sein einer von Vielen. Ich habe mich gut gefühlt inmitten dieser pulsierenden Menge. 
Dein schöner Platz hat auch schon Blut gesehen, der Name bedeutet (Versammlung der Toten). Einst der Henkerplatz, wo die aufgespießten Köpfe zur Schau gestellt wurden.
Ja, aber was red ich da, die Welt ist voll von Plätzen mit einer blutigen Geschichte. Jedenfalls finde ich es erstaunlich, dass Dein schöner Platz diesen Namen noch trägt und hier nichts verschleiert wird.
Entgegen aller Warnungen, habe ich frisch gepressten Orangensaft an einem Stand bei einem sehr netten Verkäufer getrunken und es ist wie immer nichts passiert. Ja, unsere westliche Hysterie, was Gesundheit und Gefährdungen angeht, kann der Marokkaner nicht nachvollziehen. 
Hier muss man sagen, der Glückliche!!! Das hat mich immer wieder fasziniert und ich war so entspannt auch bei Dir liebe Marrakesch, fühlte ich mich so sicher wie in Abrahams Schoß.

Nun meine Liebe, ja Du bist eine Grande Dame, mit Deinem Prunk, Deiner Geschichte, Deinen Moscheen, dem fantastischen Garten  Jardin Majorell, den berühmten Souks, wo Touristen alles kaufen und mit den Händlern feilschen. Auch nicht zu vergessen Dein berühmtes Film Festival, welches Scharen von berühmten Menschen immer wieder nach Marrakesch lockt.

Ja, nun ich sehe Dich und ich mag Dich, es fällt mir auf, wenn ich so über Dich nachdenke. Also ich werde Dich weiter  empfehlen und jeder soll sich sein eigenes Bild machen. Und doch werde ich nicht müde den Leuten zu raten es auf keinen Fall zu versäumen, wenigstens einige der vielen anderen wunderbaren Plätze, die Marokko hat zu besuchen.


Am Nachmittag verlassen wir Marrakesch für ein paar Stunden. Simo will mir ein Flussrestaurant zeigen, welches ca. 50 km von Marrakesch entfernt liegt. Der Weg dahin ist schon ein Erlebnis an sich. Fern am Horizont sehen wir die riesigen Bergrücken des Atlasgebirges und hoch oben liegen noch Unmengen von Schnee. Hier unten ist es heiß und aber alles erstaunlich grün. Unterwegs treffen wir mitten auf der Straße eine kleine Schildkröte, die ich natürlich rette, schaue ob sie in Ordnung ist und dann wieder etwas weiter neben der Straße absetze.

20 Minuten später errreichen wir unser Ziel, das Flussrestaurant, wo wir Tee und Kaffee trinken wollen.





Ja, so ein Restaurant habe ich in der Tat nicht gesehen.  Man sitzt auf huebschen, bunten Sofas mit Kunstlederüberzug und es sieht wunderschön aus. Westliche Touristen habe ich nicht gesehen und Simo versichert, es kommen so gut wie nur marokkanische Touristen. Ich nehme einen Kaffee, Simo einen Tee. 2 Musiker eilen herbei und spielen mir ein Lied, was natürlich mit ein paar Münzen belohnt wird. Der Fluss der oben von den Gletschern des Berges gespeist wird, rast mit einer unfassbaren Geschwindigkeit ins Tal. In den Wintermonaten ist das Restaurant zwangsläufig überflutet. 



Zurück in Marrakesch parken wir in der Nähe des Zentrums. 15 Minuten Fussweg. Also, im Auto umpacken ist angesagt, eine kleine Tasche, der Koffer bleibt im Auto. Der Parkplatz eine sehr private Angelegenheit ist inoffiziell und man gibt dem Wächter in der Regel auch noch den Autoschlüssel. Es wird sehr platzsparend geparkt. Die Autos stehen quasi wie Pralinen in einer Pralinenschachtel und manchmal muss da ein bisschen rangiert werden. Ja aber es ist effektiv und schafft einen wie auch immer gearteten Arbeitsmarkt und viele Parkplätze für viele Autos

Ein kleines Hotel für Lowbudget Reisende wie mich war schnell gefunden, in einer kleinen Gasse fast unmittelbar am grossen Platz. Die Tasche abgestellt und wieder ab auf den grossen Platz.
In Marrakesch sind die Haueser in der Farbe von rotem Sand, wie die  berühmte Stadtmauer und die Taxis beige. Ja, in Marokko hat jede Stadt eine eigene Taxifarbe.






Die Straßen wunderschön gestaltet. Die Lampen geben ein  warmes Licht ab am Abend.

 








Auch Esel müssen hier noch schwer arbeiten. Im Gewimmel zwischen Autos, Lastwagen, Motorrollern und Fahrrädern, sind sie fester Bestandteil des Straßenbildes in Marokko.

 







Ja und hier schlagen viele Herzen höher, die Souks und das unfassbar große Angebot. Ich besuchte sie schon am Morgen und staunte wie groß alles ist und was man alles kaufen kann. Auch hier riecht es nach Leder, nach Gewürzen und die Augen werden nicht fertig mit schauen, die hübschen bunten Lampen, die Keramiken, und einfach alles man braucht oder vielleicht auch nicht.





Der Wasserträger auf dem großen Platz, für ein paar Münzen, darf man sogar den Hut haben für ein schönes Foto

  
Wie schon gesagt, am Abend ist die Stimmung auf dem großen Platz besonders, man sollte das auf jeden Fall erleben.
Es ist geheimnisvoll und aufregend, wie ein Kapitel aus 1001 Nacht. Musiker, Kuenstler, Gaukler dicht an dicht und dazwischen Menschen aus der ganzen Welt.
Mittlerweile war es dunkel und wir  erkundeten  die verschiedenen Stände und ich aß ein Tajin mit Gemüse und Kartoffeln, lecker!! An unserem Tisch eine Reisegruppe junger Spanier und wir kamen ins Gespräch.


Ja, ich will Dir sagen Marrakesch, vielleicht ist es Liebe auf den zweiten Blick bei uns aber Liebe auf jeden Fall. Mein Tajin hat wunderbar geschmeckt. Die Marokkaner essen sehr viel Brot, also nichts für Kohlenhydratphobiker. - Ja  und morgen ruft die Wüste........

   

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