Über mich

In meinem Blog möchte ich über meine Reisen berichten von ungewöhnlichen Erlebnissen, Begegnungen mit anderen Menschen hier und anderswo

Wie alles begann



Liebes Marokko,

jetzt sitz ich hier und will erzählen wie wir beide zusammengefunden haben. Wie du weißt ist das nicht ganz einfach.
Viele Jahre war ich skeptisch und dachte ich sollte nicht in ein Land reisen, in dem der Islam das Leben  prägt. Ja, ich ging sogar davon aus, dass man mich als „ungläubigen Christen“ nicht haben wollte.
Und so kam es, dass ich nie ein Land wie Dich bereist habe.
Um es gleich vorwegzunehmen: „Ich habe mich geirrt“

Durch einen Zufall bekam ich Kontakt zu einer marokkanischen Familie. Sie waren mir behilflich bei der Beschaffung von Arganöl, direkt aus Marokko.
Und da hast du mich geschnappt, Marokko.

Ja es hört sich lustig an.  Aber ich habe es so empfunden.
Als im Januar 2015 das Päckchen mit  Arganöl bei mir eintraf, war ich neugierig auf Marokko geworden. Mein Kontakt nach Marokko war auf Email beschränkt, dennoch habe ich immer wieder Fragen gestellt und habe bemerkt, dass die Antworten neue Fragen aufwarfen, immer mehr.

Was meinst du Marokko? War ich zu neugierig? Jedenfalls habe ich viel erfahren über dich und deine Menschen und deine Kultur. Langsam aber sicher entstand ganz leise der Wunsch in mir, dich persönlich kennen zu lernen.

Simo, der Sohn meiner Kontaktfamilie in Marokko, spricht gut deutsch und hat mit mir per Mail Kontakt gehalten, mir das Öl besorgt und geschickt und alle meine Fragen geduldig beantwortet. Es entstand ein Dialog von Land zu Land von Kultur zu Kultur und von Mensch zu Mensch.
Als ich einmal den Wunsch äußerte Marokko irgendwann zu sehen, war die Antwort: „Komm, Du bist herzlich eingeladen, wir zeigen dir unser Land“

Die Einladung wurde wiederholt und wiederholt und nochmal wiederholt und der Wunsch dich kennen zu lernen, Marokko, nagte an mir, stetig und unaufhaltsam; so begann ich ernsthaft darüber nachzudenken.

Im Internet habe ich dann  viel über dich gelesen. Das Auswärtige Amt warnte sogar vor dir!  Beeindruckend und beängstigend zugleich. Ich war hin und hergerissen von den vielen Kommentaren und Meinungen und kam zu dem Schluss, dass ich das nur selbst herausfinden kann.

Mein Leben war in einer Phase des Umbruchs, die Kinder erwachsen, ausgezogen aus meinem Haus, mein Mann in einer Phase, die beruflich maximale Zeit beansprucht hatte, und ich in all dem ein wenig verloren.  In meinem Kopf keimte der Gedanke, ich sollte mein Leben noch mal richtig spüren, etwas vielleicht ziemlich Verrücktes tun, um nicht in ein Loch zu fallen, mich hängen zu lassen oder wie man modern sagt, ein Burnout-Syndrom zu bekommen.

Es war klar, dass ich dieses Abenteuer alleine machen musste. Vor meinem inneren Auge tauchte immer wieder die Wüste auf, die mich schon länger faszinierte und mich lockte.
Ja  Marokko, du hast gelacht aber bald wurde deine Wüste zu meiner Wüste und sie rief mich. Erst leise, dann immer lauter.

Wie sollte ich nun dieses Vorhaben umsetzen, wie planen, wie sollte ich mich meiner Familie erklären.
Nun, zunächst erklärte ich mich nur meinem Mann.
Im Grunde war er für mich der einzige Mensch, der mich davon hätte abhalten können und ohne seine
Einwilligung wäre ich nicht gefahren.

Nun Marokko, du kannst dir sicher vorstellen wie schwer das für ihn war, zu verstehen was uns schon verband und noch verbinden sollte.

Als ich in der 2. Aprilwoche mein Flugticket buchte, war ich keineswegs sicher, dass ich auch fliegen würde.
Hin – und hergerissen zwischen Wollen und Zweifeln geriet ich in einen echten Zwiespalt.
Ich fragte dich Marokko:“ Wirst du mich freundlich empfangen und werden wir genug Verständnis für unsere unterschiedliche Kultur aufbringen? Werde ich sicher sein bei dir? Werden die Menschen mir misstrauisch begegnen oder tolerant?“
Du sagtest: „Wir werden sehen – lass dich überraschen“

Simo war mittlerweile so etwas wie ein Freund geworden, auch wenn das in Marokko nicht üblich war. Seine Familie lud mich ein in ihrem Haus zu wohnen, so lange ich in Casablanca sei.
Das war ein ganz besonderes Angebot und ich konnte es kaum fassen. Ich freute mich riesig, auch wenn ein bisschen Unsicherheit blieb.
Er sagte stets: „ Marokko heißt dich willkommen, du wirst es nie vergessen“
Ich dachte, ich werde vertrauen oder zuhause bleiben müssen.

Außerdem brauchte ich jemanden, der mir Starthilfe geben würde mich zurechtzufinden,
mir helfen würde in die Wüste zu kommen.  Eine Reise mit einer Gruppe konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt einfach nicht vorstellen. Ich wollte unabhängig sein und Marokko in meinem eigenen Zeitplan erleben und dafür brauchte ich vielleicht doch ein bisschen Hilfe.

Ich hatte Glück und sollte mit Simo und seiner Familie einen Glückstreffer landen.

Als ich nach Casablanca aufgebrochen bin, hatte ich einen Koffer, ein Handy, die Telefonnummer und den Namen der Familie und dachte, mehr brauche ich nicht. Sie holen mich ab, das hielt ich für ausreichend. Das Abenteuer begann mit einer Stunde Flugverspätung wegen schlechtem Wetter!
Ich sollte bald erfahren, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber dazu mehr in ….Reisen

Weißt du Marokko, ich werde keinen Reiseführer über dich schreiben, das gibt es alles schon. Ich will hier nur erzählen wie wir uns kennen gelernt haben und wie es kam, dass wir uns jetzt so gern haben.

Kommentare:

  1. I would also like to travel to Morocco. I like their culture and country as a whole

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  2. No, Morocco is not a country where I would like to take a trip. I want to go to Asia

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